GuitarHarmony

KI und Kreativität · 11 Min. Lesezeit ·

Akkordfolgen mit KI analysieren: Tonart, Fortsetzung und Reharmonisierung

KI kann die Tonart deiner Akkordfolge bestimmen, sie in Stufen schreiben und in Sekunden Fortsetzungen und Reharmonisierungen vorschlagen. Was sie gut kann, wo sie danebenliegt und wie du ihre Antworten mit der Gitarre prüfst.

Vom GuitarHarmony-Team

Du hast vier Akkorde, die schön im Kreis laufen, aber der Song kommt nicht vom Fleck. Oder du hast einen Jazzstandard vor dir und willst verstehen, warum vor Cmaj7 ein Db7 steht. Ein KI-Analysetool für Akkordfolgen beantwortet beide Fragen in wenigen Sekunden: Es liest deine Akkordsymbole, bestimmt die Tonart, schreibt die Stufen in römischen Zahlen und schlägt vor, wie du die Folge fortsetzen oder reharmonisieren kannst.

Das ist eine echte Hilfe, aber keine Magie. Dieser Guide erklärt, was KI in der Harmonielehre gut kann, wo sie Fehler macht, und gibt dir einen konkreten Ablauf mit drei durchgespielten Beispielen (ein Pop-Loop, ein Jazz-ii-V-I und eine Folk-Akkordfolge), damit du jeden Vorschlag auf der Gitarre beurteilen kannst.

Kurz gesagt: Ein KI-Analysetool für Akkordfolgen liest Akkordsymbole (kein Audio) und liefert die wahrscheinliche Tonart, eine Stufenanalyse in römischen Zahlen, mögliche Fortsetzungen und Reharmonisierungen. Es ist schnell und bei leitereigenen Akkordfolgen meist richtig, bei modalen oder mehrdeutigen Loops weniger zuverlässig, und es hört nie deine Melodie. Nutze es für Ideen und als zweite Meinung, dann spiel jeden Vorschlag und behalte nur, was dein Ohr akzeptiert.

Was KI mit Akkordfolgen gut kann

Ein KI-Analysetool arbeitet mit Text: einer Liste von Symbolen wie C G Am F. Daraus kann es vier nützliche Dinge machen.

Die Tonart bestimmen

Es vergleicht die Akkorde mit den leitereigenen Akkorden jeder Tonart und wählt die beste Übereinstimmung. Für C G Am F lautet die Antwort C-Dur, mit einem Hinweis auf A-Moll, die Paralleltonart. Bei Akkordfolgen, die in einer Tonart bleiben, ist das zuverlässig und sofort da.

Die Stufenanalyse

Steht die Tonart fest, nummeriert es jeden Akkord: I-V-vi-IV für C G Am F. Mit dieser Stufenanalyse in römischen Zahlen kannst du transponieren, Songs vergleichen und tonartfremde Akkorde erkennen. Wenn dir die Schreibweise neu ist, lies zuerst unseren Guide zu Akkordfolgen in römischen Zahlen: Du wirst die Antworten der KI viel besser beurteilen.

Fortsetzungen vorschlagen

Je nachdem, wo deine Akkordfolge endet, schlägt es vor, was als Nächstes kommen kann: eine Kadenz, um einen Teil abzuschließen, einen Schritt in die Paralleltonart, einen entliehenen Akkord für eine dunklere Wendung. Jeder Vorschlag kommt mit einer kurzen Begründung, und genau dort lernst du.

Reharmonisieren

Reharmonisierung heißt: Die musikalische Funktion einer Passage bleibt, die Akkorde ändern sich. Die klassischen Kniffe, die dir eine KI vorschlagen wird:

  • Tritonussubstitution: einen Dominantseptakkord durch den einen Tritonus entfernten ersetzen (Db7 statt G7 vor C).
  • Zwischendominanten: die V7 eines Akkords direkt vor ihn setzen (E7 vor Am, A7 vor Dm).
  • Entliehene Akkorde aus der gleichnamigen Molltonart, also Modal Interchange: Fm statt F in C-Dur, Bb (♭VII) statt G.
  • Erweiterte Akkorde und Slash-Akkorde: Dm9, G13, Cmaj9 oder C/G für einen Orgelpunkt im Bass.

Die Grenzen: was die KI über deinen Song nicht weiß

  • Sie hört deinen Song nicht. Sie liest Akkordsymbole, kein Audio. Sie kennt weder deine Melodie noch deinen Rhythmus noch die Dauer jedes Akkords, außer du sagst es ihr.
  • Sie kann sich selbstbewusst irren. Modale Loops (D C G D), Songs, die zwischen einer Durtonart und ihrer Paralleltonart pendeln, und sehr kurze Folgen lassen sich auf zwei Arten lesen. Die KI wählt eine und behauptet sie ganz ruhig.
  • Der Stil zählt. Eine Tritonussubstitution ist in einer Jazzballade idiomatisch und am Lagerfeuer seltsam. Ohne Stilangabe driften die Vorschläge oft in Richtung Jazzfarben.
  • Die Melodie entscheidet. Eine Reharmonisierung, die allein toll klingt, kann sich mit dem Ton reiben, den deine Sängerin hält. Das prüfen nur dein Ohr und deine Gitarre.

Faustregel: Behandle jede KI-Antwort als Hypothese und prüfe sie durch Spielen.

Ein Ablauf mit der KI-Analyse von GuitarHarmony

Die KI-Analyse von GuitarHarmony ist genau dafür gebaut. Du gibst eine Folge von 2 bis 32 Akkorden ein und kannst drei optionale Felder ergänzen (Tonart, Stil, Absicht wie "nach G modulieren" oder "jazziger"). Du bekommst:

ErgebnisInhaltSo prüfst du es
Erkannte TonartEine Tonart, manchmal ein Modus ("D Mixolydisch")Welcher Akkord klingt im Loop nach Zuhause?
Analyse2 bis 4 Sätze mit Stufen in römischen ZahlenNummeriere selbst und vergleiche
3 Fortsetzungen3 bis 6 Akkorde zum Anhängen, jeweils mit einem Satz BegründungSpiel deinen Loop, dann die Ergänzung
2 bis 3 ReharmonisierungenDieselbe Folge mit neuen Akkorden, erklärtSpiel sie unter der Melodie, nicht allein

Eine praktische Routine:

  1. Gib die Akkorde so ein, wie du sie spielst (C G Am F, nicht "die Akkorde von Let It Be").
  2. Wähle den Stil. Ergänze eine Absicht, wenn du eine hast ("einfach bleiben", "dunklerer Refrain").
  3. Lies zuerst Tonart und Analyse. Ist die Tonart falsch, stimmt auch der Rest nicht: Trag die richtige Tonart in den Optionen ein und analysiere erneut.
  4. Klick bei einer Fortsetzung auf "Zu meiner Progression hinzufügen" oder bei einer Reharmonisierung auf "Meine Progression ersetzen" und spiel das Ergebnis auf der Gitarre.
  5. Behalte eine Idee, verwirf den Rest und notiere, warum.

Mit einem kostenlosen Konto verbraucht jede Analyse 1 Credit, und jedes neue Konto startet mit 5 kostenlosen Credits; mit Premium sind die Analysen unbegrenzt und du brauchst keine Credits.

Die drei Beispiele unten zeigen, welche Art von Ergebnis du bekommst. Formulierung und genaue Akkorde ändern sich von Anfrage zu Anfrage, und genau deshalb ist das Beurteilen so wichtig.

Beispiel 1: ein Pop-Loop (C G Am F)

Stil: Pop. Typisches Ergebnis: C-Dur, I-V-vi-IV, die I-V-vi-IV-Akkordfolge, die die halben Charts antreibt.

  • Fortsetzungen: Dm7 G7 C (ein ii-V-I zum Abschluss des Teils); E7 Am (die V der vi, die für eine Bridge in die Paralleltonart drängt); Fm C (iv-I, ein entliehener plagaler Moll-Schluss).
  • Reharmonisierungen: C G/B Am7 Fmaj7 (eine absteigende Basslinie C, B (H), A mit reicheren Farben); C E7 Am F (E7 ersetzt G als Zwischendominante zu Am); C G Am Fm (entliehene iv in Takt 4).

So beurteilst du es: Spiel jede Version unter der Melodie. E7 enthält G#: Liegt die Melodie in Takt 2 auf G, reibt es sich, also bleib dort bei G. Fm enthält Ab: Hält die Melodie in Takt 4 ein A, klingt Fm falsch; hält sie ein C oder F, wird Fm zur schönen Überraschung. Die G/B-Version ist die sicherste und passt zu fast jeder Popmelodie, weil sich nur der Bass und die Farbtöne ändern.

Beispiel 2: ein Jazz-ii-V-I (Dm7 G7 Cmaj7)

Stil: Jazz. Typisches Ergebnis: C-Dur, ii7-V7-Imaj7, die ii-V-I-Kadenz.

  • Fortsetzungen: Cmaj7 A7 Dm7 G7 (ein I-VI7-ii-V-Turnaround zurück zum Anfang); Cm7 F7 Bbmaj7 (dieselbe Kadenz einen Ganzton tiefer, ein gängiger Weg zu modulieren); Bm7♭5 E7 Am (ein Moll-ii-V in die Paralleltonart).
  • Reharmonisierungen: Dm7 Db7 Cmaj7 (Tritonussubstitution); Dm9 G13 Cmaj9 (Erweiterungen); Dm7 G7♭9 Cmaj7 (eine dunklere Dominante).

So beurteilst du die Tritonussubstitution: Sie funktioniert, weil G7 und Db7 dieselben Guide Tones haben, B (H) und F. Spiel auf der Gitarre den G7-Shell-Griff 3-x-3-4-x-x, dann Db7 als x-4-3-4-x-x: Das F (4. Saite, 3. Bund) und das H (3. Saite, 4. Bund) bleiben liegen, nur der Bass rutscht von G nach Db und dann hinunter zu C. Diese weiche Stimmführung ist der Grund, warum es so gut klingt. Dann prüf die Melodie: Ein G über Db7 wird zur #11 (gut), ein D aber zur ♭9 (hart in einer langsamen Ballade).

Beispiel 3: eine Folk-Akkordfolge (D C G D)

Stil: Folk. Hier lauert eine Falle. D, C und G gehören alle zu G-Dur, also antwortet ein Analysetool vielleicht "G-Dur, V-IV-I-V". Die bessere Antwort ist D Mixolydisch, I-♭VII-IV-I: D ist der Akkord, auf dem der Loop zur Ruhe kommt, und das C ohne Vorzeichen ist die tiefe Septime, die diesen offenen, fast keltischen Klang erzeugt.

Passt die erkannte Tonart nicht zum Heimatakkord, den du hörst, trag "D Mixolydisch" ins Tonartfeld ein und analysiere erneut. Dann beurteilst du die Vorschläge mit Blick auf den Stil:

  • Behalten: D C/D G/D D (alle Akkorde über einem D-Bass, die offene 4. Saite klingt als Bordun mit); Dsus4 Cadd9 G D (Leersaitenfarben, die auf einer Akustikgitarre natürlich klingen).
  • Mit Vorsicht: A7 D als Fortsetzung. Das funktioniert, aber A7 enthält C#, und das hebt die mixolydische Farbe auf. Für einen letzten Refrain kann diese Aufhellung gewollt sein.
  • Für Folk verwerfen: Dmaj9 C13 Gmaj7. Dmaj9 enthält C#, was dem C-Akkord widerspricht, und die Jazzfarben kämpfen gegen den geschlagenen Stil.

KI-Analyse oder Analyse von Hand?

AufgabeVon HandMit KI
Tonart eines leitereigenen Songs1 bis 2 Minuten mit einer TabelleSekunden, sehr zuverlässig
Modaler oder mehrdeutiger LoopDein Ohr bestimmt den HeimatakkordSchwankt oft: gib die Tonart vor
Römische ZahlenAnfangs langsam, baut echtes Können aufSofort, mit deiner Analyse vergleichen
Ideen zum FortsetzenBegrenzt auf das, was du schon kennst3 Optionen, jeweils begründet
ReharmonisierungBraucht Vokabular und ZeitSchnell, erklärt, mit der Melodie testen
LernenBleibt hängen, weil du es selbst gemacht hastBleibt nur hängen, wenn du prüfst und spielst

Am besten kombinierst du beides: Analysiere zuerst von Hand (zwei Minuten), dann vergleiche mit der KI. Wo ihr euch nicht einig seid, hast du genau den Punkt gefunden, den es sich zu lernen lohnt.

Prompt-Tipps für einen allgemeinen Chatbot

Ein allgemeiner Chatbot kann dieselbe Arbeit leisten, wenn du ihm den Kontext gibst, den ein spezialisiertes Tool abfragt:

  • Gib die Akkorde Takt für Takt mit Dauer an: "| C | G | Am | F F | (4/4, 2 Takte F)".
  • Nenne den Melodieton auf jedem Akkord, wenn du ihn kennst. Nichts verbessert Reharmonisierungen stärker.
  • Nenne Stil und Instrument: "Folk, geschlagene Akustikgitarre, nur offene Akkorde".
  • Frag zuerst nach Tonart und Stufen, dann nach Vorschlägen, und lass jeden tonartfremden Akkord mit seiner Funktion markieren.
  • Verlange 3 Optionen, sortiert von sicher bis gewagt.
  • Frag nach Akkordnamen, nicht nach Tabs. Chatbots liegen bei Bundzahlen oft falsch; such die Griffe selbst oder in einem spezialisierten Tool.
  • Trau keinen Songzuordnungen. Behauptet er "das ist die Akkordfolge von Song X", prüf es nach.

Häufige Fragen

Kann KI eine Akkordfolge zuverlässig analysieren?

Bei leitereigenen Akkordfolgen (Pop, Rock, der meiste Folk) ja: Tonart und römische Zahlen stimmen in der Regel. Bei modalen Loops, sehr kurzen Folgen oder Songs, die zwischen einer Tonart und ihrer Paralleltonart pendeln, kann sie den falschen Heimatakkord wählen. Prüf das, indem du die Folge loopst und hörst, welcher Akkord nach Schluss klingt.

Kann die KI von GuitarHarmony einen Song anhören und die Akkorde finden?

Nein. Sie analysiert die Akkordsymbole, die du eingibst, kein Audio. Finde zuerst die Akkorde (nach Gehör, aus einem Songbook oder einem Akkordsheet) und füge sie dann ein.

Was kostet die KI-Analyse von GuitarHarmony?

Mit einem kostenlosen Konto verbraucht jede Analyse 1 Credit, und jedes neue Konto bekommt 5 kostenlose Credits. Credit-Pakete gibt es ab 1,90 € für 5 Credits, und sie verfallen nie. Mit Premium (4,90 € pro Monat oder 39 € pro Jahr) sind die Analysen unbegrenzt und du brauchst keine Credits.

Wie reharmonisiere ich eine Akkordfolge am einfachsten?

Immer nur eine Änderung auf einmal: eine Septime oder None hinzufügen, eine Dominante durch ihre Tritonussubstitution ersetzen oder eine Zwischendominante vor einen Mollakkord setzen. Spiel mit der Melodie und behalte die Änderung nur, wenn die Melodietöne noch passen. Das Tool für Akkordsubstitutionen zeigt jede Substitution mit spielbaren Griffen.

Ersetzt KI das Lernen von Harmonielehre?

Nein. Sie beschleunigt die Analyse, aber du musst trotzdem hören, ob ein Vorschlag zu deinem Song passt, und dafür musst du wissen, wie ein ii-V-I oder ein entliehener Akkord klingt. Nutze die KI als Sparringspartner und die Bibliothek der Akkordfolgen, um dein Vokabular Stil für Stil aufzubauen.

Lust, es mit deinen eigenen Akkorden auszuprobieren? Öffne die KI-Analyse von Akkordfolgen, füge eine Folge ein, an der du gerade arbeitest, wähle den Stil und spiel jeden Vorschlag, bevor du ihn behältst.

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