Harmonik
I-V-vi-IV-Akkordfolge
Die I-V-vi-IV-Akkordfolge verbindet die Akkorde der Stufen 1, 5, 6 und 4 einer Dur-Tonart, etwa C G Am F in C-Dur, und ist das Gerüst tausender Popsongs.
Was ist die I-V-vi-IV-Akkordfolge?
Sie ist die bekannteste Akkordfolge des Pop: Tonika, Dominante, Moll-Akkord der sechsten Stufe, Subdominante. In C-Dur: C G Am F. Alle vier sind leitereigene Akkorde der Tonart, deshalb klingt sie so selbstverständlich.
Du hörst sie in „Let It Be“ von den Beatles (C G Am F), „With or Without You“ von U2 (D A Bm G), „Don't Stop Believin'“ von Journey (E B C#m A) und „Someone Like You“ von Adele (A E F#m D). Zwei helle Dur-Akkorde mit einem Moll-Akkord in der Mitte sorgen für diese Mischung aus Aufbruch und Gefühl.
Welche Akkorde hat I-V-vi-IV in jeder Tonart?
| Tonart | I | V | vi | IV |
|---|---|---|---|---|
| C | C | G | Am | F |
| G | G | D | Em | C |
| D | D | A | Bm | G |
| A | A | E | F#m | D |
| E | E | B (H) | C#m | A |
Die Stufenanalyse mit römischen Ziffern erklärt alles: Die vi ist die Paralleltonart der I (Am zu C, Em zu G), und sie sorgt für den Kontrast in der Mitte der Schleife.
Wie spielst du sie auf der Gitarre?
In G-Dur mit offenen Akkorden: G (320003), D (xx0232), Em (022000), C (x32010).
Profi-Tipp: Lass Ring- und kleinen Finger die ganze Schleife über im 3. Bund der beiden hohen Saiten liegen. G (320033), Dsus4 (xx0233), Em7 (022033), Cadd9 (x32033). Die Wechsel laufen fast von selbst, und der Klang öffnet sich, typisch für Akustik-Pop.
Mit Kapodaster im 2. Bund klingen dieselben Griffe in A-Dur (A E F#m D), im 4. Bund in H-Dur. Ein Einstiegs-Rhythmus: ab, ab-auf, auf-ab-auf, zweimal pro Akkord.
Welche Varianten der Pop-Akkordfolge gibt es?
Beginn an einer anderen Stelle der Schleife, und die Stimmung kippt komplett:
- vi-IV-I-V (Am F C G): die melancholische Version, allgegenwärtig im Pop der 2000er.
- I-vi-IV-V (C Am F G): die Doo-Wop-Folge der 50er, wie in „Stand by Me“ (A F#m D E).
- IV-I-V-vi (F C G Am): ein schwebender Einstieg, häufig in Refrains.
Um sie persönlicher zu machen, ersetz G durch G/B (x20003) für einen fallenden Bass C, H, A, oder spiel Fm, kurz bevor du zu C zurückkehrst. Im Songbook kannst du deine Akkordblätter notieren und mit einem Klick transponieren.
Das Wichtigste in Kürze
- I-V-vi-IV = C G Am F in C-Dur, G D Em C in G-Dur.
- Vier leitereigene Akkorde, mit einer Moll-vi in der Mitte für das Gefühl.
- Beginnst du auf der vi (vi-IV-I-V), klingt sie melancholisch.
- In G-Dur mit Ankerfingern im 3. Bund ist sie die leichteste Schleife auf der Gitarre.
Häufige Fragen
Warum nutzen so viele Songs I-V-vi-IV?
Weil sie alle drei Funktionen (Tonika, Dominante, Subdominante) plus die Paralleltonart in vier einfachen Akkorden enthält. Sie lässt sich endlos wiederholen, lässt der Melodie Raum und klingt in jeder Tonart gut.
In welcher Tonart spielt man sie am besten auf der Gitarre?
G-Dur (G D Em C) ist am einfachsten, ganz ohne Barré. C-Dur (C G Am F) braucht ein F; nimm am Anfang Fmaj7 (xx3210). Danach liefert dir der Kapodaster alle anderen Tonarten.
Sind I-V-vi-IV und vi-IV-I-V dieselbe Akkordfolge?
Sie verwenden dieselben Akkorde in derselben Kreisreihenfolge, starten aber an einem anderen Punkt. vi-IV-I-V beginnt auf dem Moll-Akkord, klingt dunkler und kann sogar a-Moll wie die Tonika wirken lassen.
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