Harmonik
Leitereigene Akkorde
Leitereigene Akkorde sind die sieben Akkorde, die nur aus den Tönen einer Tonleiter entstehen, indem man auf jeder Stufe Terzen schichtet, etwa C, Dm, Em, F, G, Am und Bdim in C-Dur.
Was sind leitereigene Akkorde?
Ein Akkord ist leitereigen (diatonisch), wenn alle seine Töne zur Tonleiter der Tonart gehören. Nimm die Dur-Tonleiter von C (C D E F G A B, im Deutschen heißt das B übrigens H) und schichte auf jedem Ton Terzen, indem du jeden zweiten Buchstaben überspringst: C E G, D F A, E G B und so weiter.
So entstehen sieben Akkorde, einer pro Stufe. Das sind die Akkorde, die in einer Tonart zu Hause sind, und die meisten Pop-, Rock- und Folksongs kommen fast nur mit ihnen aus.
Welche leitereigenen Akkorde hat C-Dur?
Das Muster ist in jeder Dur-Tonart gleich: Dur, Moll, Moll, Dur, Dur, Moll, vermindert. Schichtest du noch eine Terz darauf, erhältst du die passenden Septakkorde.
| Stufe | Dreiklang | Vierklang | Töne |
|---|---|---|---|
| I | C | Cmaj7 | C E G B |
| ii | Dm | Dm7 | D F A C |
| iii | Em | Em7 | E G B D |
| IV | F | Fmaj7 | F A C E |
| V | G | G7 | G B D F |
| vi | Am | Am7 | A C E G |
| vii° | Bdim | Bm7♭5 | B D F A |
Große römische Ziffern stehen für Dur, kleine für Moll, der Kreis für vermindert. Das ist die Grundlage der Stufenanalyse mit römischen Ziffern. In G-Dur ergibt dasselbe Muster G, Am, Bm, C, D, Em, F#dim, in D-Dur D, Em, F#m, G, A, Bm, C#dim.
Wie greift man die leitereigenen Akkorde?
In C-Dur lassen sich alle sieben Akkorde in der ersten Lage greifen (von tiefer E- bis hoher E-Saite, x = gedämpft):
- C: x32010
- Dm: xx0231
- Em: 022000
- F: 133211 (Barré im 1. Bund)
- G: 320003
- Am: x02210
- Bdim: x2343x
Um die Logik auf dem Griffbrett zu sehen, spiel sie auch als Vierklänge auf den Saiten 5 bis 2: Cmaj7 x3545x, Dm7 x5756x, Em7 x7978x, Fmaj7 x8 10 9 10 x. Jeder Akkord rückt eine Stufe weiter, dein Grundton auf der A-Saite läuft also die C-Dur-Tonleiter hinauf.
Wie komponiert man mit leitereigenen Akkorden?
Wähl drei oder vier leitereigene Akkorde, und du hast schon eine funktionierende Akkordfolge. Ein paar Klassiker in C-Dur:
- I-V-vi-IV: C G Am F, die Pop-Akkordfolge.
- ii-V-I: Dm7 G7 Cmaj7, der Motor des Jazz.
- I-vi-ii-V: C Am Dm G, der klassische Turnaround.
- vi-IV-I-V: Am F C G, dieselben Farben aus Sicht der Paralleltonart.
Um die Tonart zu wechseln, behältst du die Stufen und verschiebst alles: Mit Kapodaster im 2. Bund klingen dieselben C-Griffe in D-Dur. Der interaktive Quintenzirkel zeigt dir die sieben Akkorde jeder Tonart mit einem Klick, und in der Akkordfolgen-Bibliothek von GuitarHarmony findest du sie nach Stil sortiert.
Das Wichtigste in Kürze
- Sieben Akkorde pro Tonart, einer pro Stufe, in Terzen aus den Tönen der Tonleiter gebaut.
- In Dur: I, ii, iii, IV, V, vi, vii° (Dur, Moll, Moll, Dur, Dur, Moll, vermindert).
- Die V ist der einzige leitereigene Dominantseptakkord (G7 in C-Dur).
- Denk in Stufen: Eine Akkordfolge aus einer Tonart lässt sich in jede andere übertragen.
Häufige Fragen
Wie finde ich die Akkorde einer Tonart auf der Gitarre?
Schreib die Dur-Tonleiter der Tonart auf und wende das Muster Dur, Moll, Moll, Dur, Dur, Moll, vermindert an. In A-Dur (A B C# D E F# G#) ergibt das A, Bm, C#m, D, E, F#m und G#dim.
Welche leitereigenen Akkorde hat eine Moll-Tonart?
In natürlichem a-Moll sind es Am, Bdim, C, Dm, Em, F und G (i, ii°, III, iv, v, VI, VII), also dieselben Akkorde wie in C-Dur, nur von der sechsten Stufe aus gesehen. In der Praxis ersetzt man Em oft durch E oder E7 aus der harmonischen Molltonleiter, damit die Dominante stärker nach Am zieht.
Klingen Akkorde außerhalb der Tonart falsch?
Nein. Ein tonartfremder Akkord bringt Farbe oder Spannung: E7 in C-Dur führt nach Am, Fm klingt wehmütig, B♭ gibt einen Rock-Touch. Du musst nur wissen, woher er kommt, damit du ihn richtig platzierst und auflöst.
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