Akkorde
Erweiterte Akkorde (9, 11, 13)
Ein erweiterter Akkord setzt einen Septakkord fort, indem weitere Terzen über die Septime geschichtet werden: None, Undezime und Tredezime, wie in C9, Am11 oder G13.
Was sind erweiterte Akkorde?
Ein Septakkord schichtet drei Terzen: 1, 3, 5, 7. Schichtest du weiter, bekommst du die Optionstöne: 9, 11 und 13. Das sind die Stufen 2, 4 und 6, eine Oktave höher gespielt.
| Erweiterung | Gleicher Ton wie | Auf C |
|---|---|---|
| 9 | 2 | D |
| 11 | 4 | F |
| 13 | 6 | A |
Die Leseregel: Die höchste Zahl schließt die Septime ein (und theoretisch auch die tieferen Erweiterungen). C13 ist auf dem Papier C E G B♭ D F A. Ohne Septime hast du stattdessen einen Add9-Akkord oder einen Sextakkord (C6). Akkordsymbole stehen hier international, B♭ entspricht dem deutschen B.
Welche Töne lässt du auf sechs Saiten weg?
Ein vollständiger C13 hat sieben Töne, das spielt niemand sauber auf der Gitarre. Behalte das Wesentliche:
- Immer: Terz und Septime, sie bestimmen das Akkordgeschlecht.
- Die genannte Erweiterung: die 13 im 13er-Akkord, die 11 im 11er-Akkord.
- Optional: Grundton (übernimmt oft der Bassist) und Quinte, die als Erstes wegfällt.
Vorsicht mit der reinen 11 auf Dur- und Dominantakkorden: Das F reibt sich im Halbtonabstand am E der Terz. Dort spielt man die #11 (Cmaj7#11) oder lässt die Terz weg (C11 = C9sus4, oft als B♭/C notiert: x3333x). Auf einem Mollakkord ist die 11 natürlich und klingt hervorragend.
Griffe, die du kennen solltest
Jeder Griff ist ein unvollständiges Voicing, Saite für Saite geprüft:
| Akkord | Griff | Töne (tief nach hoch) |
|---|---|---|
| C9 | x32333 | C E B♭ D G |
| Cmaj9 | x3243x | C E B D |
| Dm9 | x5355x | D F C E |
| Am11 | 5x553x | A G C D |
| G13 | 3x345x | G F B E |
| C13 | x32355 | C E B♭ E A |
(In der Tabelle steht B für das deutsche H.) G13 braucht nur vier Finger: Grundton, Septime, Terz und Tredezime. Quinte und None fehlen, trotzdem hört dein Ohr die volle Farbe.
Beispiel: eine erweiterte II-V-I in C-Dur
Spiel Dm9 (x5355x), G13 (3x345x), Cmaj9 (x3243x), je einen Takt. Die Stimmen bewegen sich kaum:
- Das F auf der D-Saite, 3. Bund, bleibt von Dm9 zu G13 liegen und fällt bei Cmaj9 auf E (2. Bund).
- Auf der G-Saite rutscht C (5. Bund) zu H (4. Bund) und bleibt dort.
- Auf der H-Saite hält das E (5. Bund) bis G13 und fällt dann auf D (3. Bund).
Das ist der Standardklang von Jazz und Soul. Vergleiche mit Dm7, G7, Cmaj7, um zu hören, was die Erweiterungen bringen. Akkorde zu erweitern ist oft der erste Schritt einer Reharmonisierung, und das Tool für Akkordsubstitutionen liefert spielbare Voicings für jeden Ersatzakkord.
Das Wichtigste in Kürze
- 9 = 2, 11 = 4, 13 = 6, eine Oktave höher, über einer Septime.
- Behalte Terz, Septime und Erweiterung, streiche zuerst die Quinte.
- Auf Dur- und Dominantakkorden lieber #11 statt reiner 11.
- Auf einem alterierten Dominantakkord werden daraus ♭9, #9 und ♭13.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen C6 und C13?
Beide enthalten A. C6 (C E G A) hat keine Septime und klingt ruhig, wie eine Tonika. C13 enthält B♭ (deutsch B), ist also ein Dominantakkord, der nach F auflösen will.
Muss man den Grundton eines erweiterten Akkords spielen?
Nicht unbedingt. In der Band spielt ihn der Bassist, und ohne ihn hast du einen Finger frei für die Erweiterung. Solo behältst du ihn anfangs, damit das Ohr den Akkord versteht, danach probierst du grundtonlose Voicings.
Enthält ein Nonenakkord immer eine Septime?
Ja. C9 bedeutet C7 plus None (C E G B♭ D), Cmaj9 verlangt die große Septime, Cm9 die kleine Terz. Will ein Leadsheet die None ohne Septime, steht dort Cadd9.
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