Harmonik
Akkordfolge
Eine Akkordfolge ist eine geordnete Reihe von Akkorden, die das harmonische Gerüst eines Stücks bildet, notiert mit Akkordnamen (C G Am F) oder Stufen (I-V-vi-IV).
Was ist eine Akkordfolge?
Sie ist die Reihe von Akkorden, die die Melodie begleitet: das Akkordschema auf deinem Leadsheet oder Tab. Sie hat eine Länge (oft 4 oder 8 Takte, die sich wiederholen), einen harmonischen Rhythmus (ein Akkord pro Takt, zwei pro Takt...) und eine Richtung: Sie beginnt auf der Tonika, entfernt sich, baut Spannung auf und kehrt zurück.
Das Ende jeder Phrase ist eine Kadenz: Sie entscheidet, ob die Folge schließt oder weiterläuft.
Warum Akkordfolgen in römischen Ziffern schreiben?
Weil eine Akkordfolge durch ihre Stufen definiert ist, nicht durch die Akkordnamen. C G Am F in C-Dur und G D Em C in G-Dur sind dieselbe Folge: I-V-vi-IV. Das ist der Kern der Stufenanalyse mit römischen Ziffern.
| Name | Stufen | In C | In G |
|---|---|---|---|
| Pop | I-V-vi-IV | C G Am F | G D Em C |
| 50er | I-vi-IV-V | C Am F G | G Em C D |
| Rock / Folk | I-IV-V | C F G | G C D |
| Jazz | ii-V-I | Dm7 G7 Cmaj7 | Am7 D7 Gmaj7 |
| Andalusische Kadenz | i-♭VII-♭VI-V | Am G F E (in a-Moll) | Em D C B (in e-Moll) |
Lern zuerst die I-V-vi-IV-Akkordfolge und die II-V-I-Verbindung: Zusammen decken sie einen riesigen Teil von Pop und Jazz ab.
Wie spielst du Akkordfolgen auf der Gitarre?
Fang in G-Dur an, wo alles in offenen Akkorden liegt: G (320003), Em (022000), C (x32010), D (xx0232). Spiel I-vi-IV-V mit vier Schlägen pro Akkord, dann mit zwei: So trainierst du Wechsel und Gehör zugleich.
Für den 12-Takt-Blues wechselst du nach A: A7 (x02020), D7 (xx0212), E7 (020100), in der Reihenfolge A7 A7 A7 A7 / D7 D7 A7 A7 / E7 D7 A7 E7.
Um die Tonart zu wechseln, ohne neue Griffe zu lernen, nimmst du einen Kapodaster: Die G-Griffe im 2. Bund klingen in A-Dur (A F#m D E).
Wie schreibst du deine eigene Akkordfolge?
- Wähl eine Tonart und beginn auf der I.
- Entfern dich mit einem Subdominant-Akkord (IV oder ii).
- Bau Spannung mit der V (oder V7) auf.
- Kehr zur I zurück oder täusch das Ohr mit der vi.
Dann änderst du immer nur eine Sache: einen Akkord gegen seinen Parallelakkord tauschen (F wird Dm), einen Leihakkord einsetzen (Fm), eine andere Dauer wählen. Hör dir typische Folgen nach Stil in der Akkordfolgen-Bibliothek an, wo jede in römischen Ziffern steht und sich direkt transponieren lässt.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Akkordfolge ist eine Reihe von Akkorden, die den Song gliedert: zu Hause, weg, Spannung, zurück.
- In Stufen notiert, lässt sie sich in jede Tonart übertragen.
- Fünf, die du kennen solltest: I-V-vi-IV, I-vi-IV-V, I-IV-V, ii-V-I, 12-Takt-Blues.
- Mit dem Kapodaster spielst du dieselbe Folge mit denselben Griffen in mehreren Tonarten.
Häufige Fragen
Welche Akkordfolge ist am häufigsten?
Im Pop ist es I-V-vi-IV (C G Am F in C-Dur), gefolgt von Varianten wie vi-IV-I-V. In Rock und Folk dominiert I-IV-V, im Jazz die ii-V-I.
Wie viele Akkorde braucht eine Akkordfolge?
Zwei reichen: Viele Funk- und Rocksongs pendeln zwischen I-IV oder i-♭VII (Am G). Drei Akkorde (I-IV-V) tragen den Blues und tausende Songs, die meisten Pop-Refrains nutzen vier.
Wie finde ich die Akkordfolge eines Songs nach Gehör?
Such zuerst die Tonika (den Akkord, der nach Ruhe klingt), dann den Basston jedes Akkords. Probier danach die leitereigenen Akkorde der Tonart durch: In neun von zehn Fällen stammt jeder Akkord daher. Notier das Ergebnis in römischen Ziffern, um es dir zu merken.
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