Harmonik
Tonart
Die Tonart ist das Zentrum eines Musikstücks: ein Hauptton (die Tonika), die darauf gebaute Dur- oder Molltonleiter und die Akkordfamilie, die daraus entsteht.
Was ist eine Tonart?
Wenn ein Song in G-Dur steht, stecken darin drei Informationen:
- die Tonika: G, der Ton, auf dem die Musik zur Ruhe kommt;
- die Tonleiter: G-Dur, G A H C D E Fis, nach dem Muster der Durtonleiter;
- die Akkorde: die, die du auf jedem Ton dieser Tonleiter baust.
Eine Tonart ist also keine bloße Tonliste, sondern eine Hierarchie: Alle Töne beziehen sich auf die Tonika. Deshalb klingt ein G-Akkord nach Ankommen und ein D7 nach dem Wunsch, dorthin zurückzukehren.
Welche Akkorde gehören zu einer Tonart?
In G-Dur schichtest du Terzen auf jede Stufe und erhältst sieben Akkorde:
| Stufe | I | ii | iii | IV | V | vi | vii° |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Akkord | G | Am | Bm | C | D | Em | F#dim |
Die drei Durakkorde I, IV und V (G, C, D) reichen für Hunderte Folk- und Rocksongs. Nimm die vi (Em) dazu und du hast die Pop-Folge G, D, Em, C. Jede Durtonart hat eine Mollparallele mit denselben Tönen: Für G-Dur ist das e-Moll.
Wie bestimmt man die Tonart eines Songs?
Drei Methoden, die sich ergänzen, von schnell bis sicher:
- Das Gehör: Der Akkord, auf dem der Refrain endet und der nach Zuhause klingt, ist fast immer die Tonika.
- Die Akkordliste: Schreib alle Akkorde auf und such die Durtonleiter, die sie alle enthält. G, C, D, Em: Nur die Töne von G-Dur (oder der Parallele e-Moll) passen.
- Die Dominante: Ein Septakkord (D7) zeigt auf den Akkord eine Quinte tiefer (G).
Vorsicht bei mehrdeutigen Loops: Em, C, G, D steht in G-Dur, wenn der Song auf G ruht, und in e-Moll, wenn er auf Em ruht. In Noten liefern die Vorzeichen einen Hinweis, nie die ganze Antwort.
Welche Tonarten sind auf der Gitarre am einfachsten?
Die Tonarten mit leeren Saiten: E-, A-, D-, G- und C-Dur sowie e-Moll und a-Moll.
| Tonart | I | IV | V |
|---|---|---|---|
| C | C | F | G |
| G | G | C | D |
| D | D | G | A |
| A | A | D | E |
| E | E | A | B (H-Dur) |
Um mit G-Griffen in A-Dur zu spielen, setz einen Kapodaster in den 2. Bund: G, C, D werden zu A, D, E. Jede Tonart mit ihren Nachbarn siehst du auf einen Blick im interaktiven Quintenzirkel. Wechselt ein Song mittendrin die Tonika, spricht man von Modulation.
Das Wichtigste in Kürze
- Tonart = Tonika + Tonleiter + Akkordfamilie.
- G-Dur: G Am Bm C D Em F#dim.
- So findest du sie: Zuhause-Akkord, Akkordliste, Dominante.
- Bequeme Gitarren-Tonarten: C, G, D, A, E, Am, Em; der Kapodaster erledigt den Rest.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Tonart und Tonleiter?
Die Tonleiter ist eine Folge von Tönen (G-Dur: G A H C D E Fis). Die Tonart ist der ganze musikalische Zusammenhang: die Tonika als Zentrum, die Tonleiter und die daraus gebauten Akkorde. Eine Tonleiter spielst du, in einer Tonart wohnst du.
Wie viele Tonarten gibt es?
Zwölf Dur- und zwölf Molltonarten, also praktisch 24. Zählt man enharmonische Schreibweisen getrennt (etwa Fis-Dur und Ges-Dur), gibt es 30 notierte Tonarten mit eigenen Vorzeichen.
Verrät der erste Akkord eines Songs die Tonart?
Oft, aber nicht immer. Viele Songs beginnen auf der vi oder der IV. Verlass dich lieber auf den Akkord am Ende des Refrains und auf den, der wie ein Ruhepunkt klingt.
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