Akkorde
Offener Akkord
Ein offener Akkord wird in den ersten drei oder vier Bünden gegriffen und lässt mindestens eine Leersaite als Akkordton mitklingen, etwa C (x32010), G (320003) oder Em (022000).
Was ist ein offener Akkord?
Ein offener Akkord (Akkord in der ersten Lage) kombiniert gegriffene Töne nahe dem Sattel mit Leersaiten, die zum Akkord gehören. In der Standardstimmung klingen die Leersaiten E A D G H E, und diese Töne passen zu den Akkorden G, C, D, E und A. Deshalb dominieren offene Akkorde Folk, Pop und Rock.
Der Vorteil: Resonanz, Sustain und einfache Griffe. Die Grenze: Jede Form funktioniert nur an einer Stelle des Halses, anders als der Barréakkord, den du überallhin verschieben kannst.
Die 8 offenen Akkorde, die du zuerst lernen solltest
Griffe von der tiefen zur hohen E-Saite (x = nicht gespielt, 0 = leer; B steht international für H):
| Akkord | Griff | Töne |
|---|---|---|
| C | x32010 | C E G C E |
| A | x02220 | A E A C# E |
| G | 320003 | G B D G B G |
| E | 022100 | E B E G# B E |
| D | xx0232 | D A D F# |
| Am | x02210 | A E A C E |
| Em | 022000 | E B E G B E |
| Dm | xx0231 | D A D F |
Diese acht Formen enthalten die fünf Durakkorde des CAGED-Systems (C, A, G, E, D) plus drei Mollakkorde. Damit spielst du Hunderte Songs.
Beispiel zum Spielen: G, Em, C, D
Diese I-vi-IV-V-Folge in G-Dur kommt mit offenen Akkorden aus:
- G: 320003
- Em: 022000
- C: x32010
- D: xx0232
Schlag pro Akkord viermal abwärts bei 70 Schlägen pro Minute, dann wechsle zu einem Schlagmuster ab, ab-auf, auf-ab-auf. Tipp: Der 2. Bund der A-Saite (H) gehört zu G und zu Em. Lass diesen Finger liegen, heb die anderen beiden ab und setz einen Finger in den 2. Bund der D-Saite.
Warum dein offener Akkord schnarrt oder falsch klingt
- Finger zu weit vom Bundstäbchen: Setz die Fingerkuppe direkt hinter das Bundstäbchen, nicht in die Mitte des Bunds.
- Nachbarsaite abgedämpft: Bei C berührt die Unterseite des Ringfingers oft die leere G-Saite. Wölbe den Finger stärker.
- Falscher Bass: Bei D klingen weder tiefe E- noch A-Saite; bei C bleibt die tiefe E-Saite stumm.
- Offene Griffe in einer unbequemen Tonart: Für B-Dur (international B♭) mit offenen Griffen setzt du einen Kapodaster in den 3. Bund und spielst G-Formen (G, C, D werden zu B♭, E♭, F).
Das Wichtigste in Kürze
- Offener Akkord = erste Lage + Leersaiten, die zum Akkord gehören.
- Acht Formen (C, A, G, E, D, Am, Em, Dm) decken das Wesentliche ab.
- Mit Kapodaster funktionieren dieselben Formen in jeder Tonart.
- Schreib deine Akkordfolgen auf und transponiere sie im Songbook, damit die Griffe immer vor dir liegen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, offene Akkorde zu lernen?
Mit 15 Minuten täglich wechseln die meisten Einsteiger in vier bis acht Wochen sicher im Takt zwischen allen acht Formen. Übe Wechsel paarweise (G und C, C und D) je eine Minute lang und zähle die sauberen Wechsel.
Was ist der Unterschied zwischen offenem Akkord und Barréakkord?
Der offene Akkord nutzt Leersaiten und bleibt in Sattelnähe. Beim Barréakkord ersetzt der Zeigefinger den Sattel, die Form lässt sich überall verschieben, braucht aber mehr Kraft.
Sind Cadd9 und Em7 offene Akkorde?
Ja. Cadd9 (x32033), Em7 (022033), Dsus2 (xx0230) und Asus2 (x02200) sind gefärbte offene Akkorde: Sie nutzen ebenfalls Leersaiten und klingen in der akustischen Begleitung besonders schön.
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