Harmonik
Quintenzirkel
Der Quintenzirkel ordnet die zwölf Durtonarten (und ihre Mollparallelen) im Abstand reiner Quinten an: Jeder Schritt bringt in einer Richtung ein Kreuz, in der anderen ein B dazu.
Was ist der Quintenzirkel?
Beginne bei C und steige in reinen Quinten: C, G, D, A, E, H, Fis. Mach weiter (Fis = Ges, dann Des, As, Es, B, F) und nach zwölf Schritten bist du wieder bei C. Ordne diese Töne wie die Stunden einer Uhr an, und du hast den Quintenzirkel.
Im inneren Ring steht zu jeder Durtonart ihre Mollparallele: a-Moll unter C-Dur, e-Moll unter G-Dur, h-Moll unter D-Dur und so weiter. Ein einziges Bild fasst alle 24 gebräuchlichen Tonarten zusammen.
Wie liest man den Quintenzirkel?
Die Regel: Jeder Schritt im Uhrzeigersinn bringt ein Kreuz dazu, jeder Schritt gegen den Uhrzeigersinn ein B. Das ist genau die Reihenfolge der Vorzeichen:
| Im Uhrzeigersinn | C | G | D | A | E | H | Fis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kreuze | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| Gegen den Uhrzeigersinn | F | B | Es | As | Des | Ges |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bs | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
Benachbarte Tonarten unterscheiden sich nur in einem Ton: C-Dur und G-Dur teilen sechs von sieben Tönen, nur F wird zu Fis. Deshalb klingt der Wechsel zu einem Nachbarn (eine Modulation zur V. oder IV. Stufe) so mühelos.
Der Quintenzirkel auf dem Griffbrett
Die Standardstimmung (E A D G H E) macht den Zirkel greifbar:
- Eine Quinte höher: die Form des Powerchords, nächste Saite, zwei Bünde weiter. G im 3. Bund (6. Saite), D im 5. (5. Saite), A im 7. (4. Saite).
- Eine Quarte höher (gegen den Uhrzeigersinn): gleicher Bund, nächste Saite. G im 3. Bund (6. Saite), C im 3. (5. Saite), F im 3. (4. Saite).
Achtung beim Übergang von der G- zur H-Saite, die eine große Terz auseinanderliegen: einen Bund dazurechnen. Übung: Spiel einen Ton pro Tonart einmal gegen den Uhrzeigersinn um den Zirkel und sag jeden Namen laut.
Die Akkorde einer Tonart mit dem Quintenzirkel finden
Nimm eine Tonart und ihre beiden Nachbarn: Das sind die drei Durakkorde I, IV und V. Für C-Dur: F, C, G. Die Mollparallelen direkt darunter liefern ii, vi und iii: Dm, Am, Em. Dazu kommt die vii° (Bdim, also H vermindert), und alle sieben Akkorde der Tonart liegen in einem Tortenstück des Zirkels.
Der Zirkel steuert auch Akkordfolgen. Gegen den Uhrzeigersinn läuft die Bewegung V-I, die stärkste der tonalen Harmonik: Am, Dm, G, C (vi-ii-V-I) oder mit Zwischendominanten E7, A7, D7, G7, C, die klassische Ragtime-Folge. Um das alles vor Augen zu drehen, nutze den interaktiven Quintenzirkel: Er zeigt Vorzeichen, Mollparallelen und leitereigene Akkorde jeder Tonart.
Das Wichtigste in Kürze
- Zwölf Tonarten im Quintabstand; Mollparallelen im inneren Ring.
- Im Uhrzeigersinn: +1 Kreuz. Gegen den Uhrzeigersinn: +1 B.
- Auf dem Griffbrett: Quinte = nächste Saite, 2 Bünde höher; Quarte = gleicher Bund, nächste Saite.
- Eine Tonart + ihre zwei Nachbarn + deren Parallelen = die Akkorde der Tonart.
Häufige Fragen
Wie merkt man sich den Quintenzirkel?
Lern die Reihenfolge der Kreuze: Fis Cis Gis Dis Ais Eis His. Von C aus folgen die Kreuztonarten G D A E H Fis. Die B-Tonarten folgen der Reihenfolge der Bs um eins verschoben: F, dann B Es As Des Ges. Spiel sie auf dem Griffbrett, statt sie nur aufzusagen.
Was ist der Unterschied zwischen Quintenzirkel und Quartenzirkel?
Es ist derselbe Kreis, nur andersherum gelesen. Eine Quarte aufwärts entspricht einer Quinte abwärts: C, F, B, Es und so weiter. Im Jazz spricht man bei Ketten von Dominantakkorden oft vom Quartenzirkel.
Warum spielen Gitarristen meist in Kreuztonarten?
Weil die leeren Saiten E, A, D und G die Grundtöne von E-, A-, D- und G-Dur sind, alle auf der Kreuzseite. Offene Akkorde und leere Basssaiten liegen dort ganz natürlich unter den Fingern.
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