Akkorde
Powerchord
Ein Powerchord ist ein Zweiklang aus Grundton und reiner Quinte (oft mit dem Grundton eine Oktave höher verdoppelt), geschrieben mit einer 5: E5 = E B.
Was ist ein Powerchord?
Ein Powerchord besteht nur aus dem Grundton und seiner reinen Quinte, 7 Halbtöne höher, meist mit dem Grundton noch einmal eine Oktave darüber. Geschrieben wird er mit einer "5": E5 = E B (deutsch: E H), A5 = A E, G5 = G D, C5 = C G.
Ohne Terz ist er weder Dur noch Moll. Genau das macht ihn so praktisch: Derselbe G5 passt in einen Song in G-Dur genauso wie in e-Moll. Er ist also kein Dreiklang, sondern ein Akkord, der auf sein Gerüst reduziert ist.
Wie greift man einen Powerchord auf der Gitarre?
Eine einzige verschiebbare Form mit zwei oder drei Fingern (x = Saite nicht anschlagen, von der tiefen zur hohen E-Saite):
| Powerchord | Griff | Töne |
|---|---|---|
| E5 (offen) | 022xxx | E B E |
| A5 (offen) | x022xx | A E A |
| F5 | 133xxx | F C F |
| G5 | 355xxx | G D G |
| C5 | x355xx | C G C |
| D5 | x577xx | D A D |
Grundton auf der 6. oder 5. Saite mit dem Zeigefinger, Ring- und kleiner Finger zwei Bünde höher auf den nächsten beiden Saiten. Das ist genau die untere Hälfte eines Barré-Akkords in E- oder A-Form, nur ohne die hohen Saiten.
Warum klingen Powerchords mit Verzerrung so gut?
Verzerrung erzeugt zusätzliche Töne (Intermodulationsprodukte), darunter Differenztöne. Die gleichstufige reine Quinte ist fast perfekt (2 Cent Abweichung vom Verhältnis 3:2), deshalb landet ihr Differenzton eine Oktave unter dem Grundton und verstärkt den Bass. Die temperierte große Terz ist etwa 14 Cent breiter als die reine Terz (5:4): Die zusätzlichen Töne passen nicht zusammen, sie schweben gegeneinander, und der Klang wird matschig.
Deshalb bauen verzerrter Rock und Metal auf Powerchords, während bei cleanem Sound ein voller Akkord reicher klingt.
Übung: ein Rock-Riff und der Drop-D-Trick
Spiel gleichmäßige Achtel, die Handkante der Anschlagshand liegt nahe am Steg auf den Saiten (Palm Muting):
- E5
022xxxfür zwei Schläge - G5
355xxxfür einen Schlag - A5
577xxxfür einen Schlag
In Drop-D-Stimmung (6. Saite auf D gestimmt) liegt die Quinte auf der 6. und 5. Saite im selben Bund: Ein flach gelegter Finger reicht. D5 = 000xxx, F5 = 333xxx, G5 = 555xxx. Das Tool Alternative Stimmungen zeigt dir diese Griffe in Drop D und anderen Stimmungen.
Typische Fehler
- Andere Saiten mitklingen lassen: Leg den Zeigefinger leicht über die höheren Saiten und lass seine Spitze die Saite darunter berühren, damit sie stumm bleiben.
- Zu fest drücken: Der Ton wird zu hoch und der Powerchord klingt verstimmt, besonders mit Verzerrung.
- Ihn Dur nennen: G5 ist nicht G. Braucht die Musik eine Terz, liefert sie der Gesang oder eine zweite Gitarre.
Das Wichtigste in Kürze
- Powerchord = Grundton + Quinte (+ Oktave), geschrieben "5".
- Weder Dur noch Moll, passt also zu beidem.
- Verschiebbare Form: Bund n, n+2, n+2 auf den Saiten 6-5-4 oder 5-4-3.
- In Drop D reicht ein flacher Finger über die drei tiefsten Saiten.
Häufige Fragen
Ist ein Powerchord Dur oder Moll?
Weder noch, denn ihm fehlt die Terz. Der Kontext (Melodie, Basslinie, andere Instrumente) gibt ihm seine Farbe. G5 kann eine Passage in G-Dur genauso begleiten wie eine in g-Moll.
Warum schreibt man E5 und nicht E?
Die "5" sagt dir, dass der Akkord nur Grundton und Quinte enthält. "E" allein bedeutet E-Dur, also mit der Terz G♯. Wenn du E5 statt E spielst, lässt du diese Terz bewusst weg.
Kann man einen Powerchord mit der Quinte unten spielen?
Ja: Das ist der umgekehrte Powerchord, die Quinte liegt unter dem Grundton (du hörst eine reine Quarte). Zum Beispiel ist x002xx (A D A) ein D5 mit A im Bass. Er klingt dunkler und wuchtiger und ist im Metal sehr verbreitet.
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