Harmonik
12-taktiger Blues
Der 12-taktige Blues ist ein Akkordschema aus zwölf Takten, das auf den Stufen I, IV und V einer Tonart beruht, meist als Dominantseptakkorde wie A7, D7 und E7 in A.
Was ist ein 12-taktiger Blues?
Der 12-taktige Blues ist ein Schema aus zwölf Takten, das mit nur drei Akkorden auskommt: den Stufen I, IV und V der Tonart. In A sind das A7, D7 und E7. Die Form stammt aus dem afroamerikanischen Blues des frühen 20. Jahrhunderts und ist das Fundament von Rock 'n' Roll, Rhythm and Blues und vielen Jazzstücken.
Alle drei Akkorde sind normalerweise Dominantseptakkorde: A7 (A C# E G), D7 (D F# A C) und E7 (E G# B D). Die kleine Septime will sich auflösen, tut es aber nie ganz. Deshalb klingt der Blues sogar auf dem Grundakkord rau.
Welche Akkorde hat ein 12-taktiger Blues in A?
| Takte | Akkorde |
|---|---|
| 1 bis 4 | A7, A7, A7, A7 |
| 5 bis 8 | D7, D7, A7, A7 |
| 9 bis 12 | E7, D7, A7, E7 |
Das Schema besteht aus drei Phrasen zu je vier Takten: eine Aussage auf der I, eine Antwort auf der IV, dann der Abgang V-IV-I. Takt 12, das E7, ist der Turnaround: Er führt dich zurück zu Takt 1.
Sehr verbreitet ist der Quick Change: Du spielst D7 schon in Takt 2 (A7, D7, A7, A7), der Rest bleibt gleich. In E lauten die Akkorde E7, A7 und B7 (im deutschen System H7), in G sind es G7, C7 und D7. Die Stufen in römischen Ziffern siehst du neben anderen Stilen in der Bibliothek für Akkordfolgen.
Wie spielt man einen 12-taktigen Blues auf der Gitarre?
Die klassische Begleitung ist der zweistimmige Shuffle auf den tiefen Saiten. Für A7: leere A-Saite plus D-Saite im 2. Bund (ein A5-Powerchord), dann wechselt der Finger in den 4. Bund (A6). Wechsle A5 und A6 ab, zwei Anschläge pro Zählzeit.
- A7: leere A-Saite + D-Saite, 2. und 4. Bund
- D7: leere D-Saite + G-Saite, 2. und 4. Bund
- E7: leere tiefe E-Saite + A-Saite, 2. und 4. Bund
Spiel das mit Swing-Feeling (lang-kurz gespielte Achtel) bei etwa 80 BPM und lege den Handballen der Schlaghand leicht auf die Saiten, damit es kompakt und gedämpft klingt.
Welche Tonleiter passt zum Improvisieren über einen Blues in A?
Der direkteste Einstieg ist die A-Moll-Pentatonik: A C D E G, in der ersten Lage im 5. Bund (tiefe E-Saite, 5. Bund = A). Nimmst du Eb dazu, hast du die Bluestonleiter, deren verminderte Quinte als Durchgangston dient.
Damit es weniger nach Tonleiter und mehr nach Musik klingt, ziele in derselben Lage auf Akkordtöne:
- über A7 auf C# (Terz), G-Saite im 6. Bund;
- über D7 auf C (Septime), G-Saite im 5. Bund;
- über E7 auf G# (Terz), D-Saite im 6. Bund.
Vom C ins C# zu sliden, sobald A7 zurückkommt, gehört zu den typischsten Bluesgesten überhaupt.
Das Wichtigste in Kürze
- Der 12-taktige Blues verteilt I, IV und V auf drei Phrasen zu vier Takten.
- In A: A7 A7 A7 A7 | D7 D7 A7 A7 | E7 D7 A7 E7.
- Der A5-A6-Shuffle auf den tiefen Saiten reicht für die ganze Form.
- Improvisiere mit der Moll-Pentatonik und ziele dann auf die Terz jedes Akkords.
Häufige Fragen
Warum sind im Blues alle Akkorde Septakkorde?
In einer normalen Dur-Tonart ist nur der Akkord auf der V. Stufe ein Dominantseptakkord. Der Blues setzt die kleine Septime bewusst auf jeden Akkord: Das G über A7 oder das C über D7 kommt aus der Bluestonleiter und dem Gesang. Genau das macht die Form nach zwei Takten erkennbar.
Was ist der Unterschied zwischen Dur-Blues und Moll-Blues?
Der Moll-Blues behält die 12-taktige Form, macht aber die Akkorde der I. und IV. Stufe zu Moll-Akkorden. In a-Moll: Am7 Am7 Am7 Am7 | Dm7 Dm7 Am7 Am7 | E7 Dm7 Am7 E7. Viele Jazzversionen spielen in Takt 9 und 10 F7 und dann E7.
In welcher Tonart spielt man Blues am besten auf der Gitarre?
E und A sind am bequemsten, weil der Grundton des I-Akkords eine leere Basssaite ist: E7, A7, B7 oder A7, D7, E7. Bläser bevorzugen oft G, C, F oder Bb, die du mit Septakkorden im Barré-Griff oder mit einem Kapodaster leicht abdeckst.
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