Gitarre und Technik
Kapodaster
Ein Kapodaster ist eine Klemme, die alle Saiten in einem Bund herunterdrückt; er wirkt wie ein neuer Sattel und hebt alles, was du spielst, pro Bund um einen Halbton an.
Was macht ein Kapodaster?
Der Kapodaster (kurz Kapo) klemmt quer über den Hals und drückt alle sechs Saiten in einem Bund herunter. Er wird zum verschiebbaren Sattel: Deine offenen Akkorde behalten ihren Griff, klingen aber pro Bund einen Halbton höher.
So behältst du den Klang der Leersaiten (klingende Bässe, schimmernde Höhen) in jeder Tonart, ohne auf Barréakkorde umzusteigen. Das ist der einfachste Weg, einen Song an eine Singstimme anzupassen.
Wie berechnest du die Tonart mit Kapodaster?
Die Regel: gespielte Griffform + Kapobund = klingender Akkord. Mit dem Kapo im 2. Bund klingt eine G-Griffform als A, denn G plus zwei Halbtöne ergibt A.
| Kapo | G-Form | C-Form | D-Form | E-Form |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Ab | Db | Eb | F |
| 2 | A | D | E | F# |
| 3 | Bb | Eb | F | G |
| 4 | B (H) | E | F# | Ab |
| 5 | C | F | G | A |
| 7 | D | G | A | B (H) |
Akkordsymbole stehen hier international, B bedeutet also H-Dur. Ein konkretes Beispiel: G, D, Em, C mit Kapo im 2. Bund klingt als A, E, F#m, D.
In welchen Bund gehört der Kapo, damit du singen kannst?
Rechne rückwärts: gewünschte Tonart minus Tonart der Griffformen.
- Song in Bb, du willst G-Formen spielen: Von G nach Bb sind es 3 Halbtöne, also Kapo 3.
- Song in E mit C-Formen: Von C nach E sind es 4 Halbtöne, also Kapo 4.
- Song in F mit D-Formen: Kapo 3.
Oberhalb des 7. Bundes wird der Klang dünn und die Bünde eng, dann lieber andere Griffformen mit tieferem Kapo wählen. Zum Festhalten transponiert das Songbook dein Leadsheet, und du kannst dort den Kapobund notieren.
Übung: eine Akkordfolge in drei Tonarten
Spiel die Pop-Akkordfolge I-V-vi-IV mit G-Formen (G, D, Em, C), einen Takt pro Akkord:
- Ohne Kapo: Du bist in G.
- Kapo im 2. Bund: Du bist in A (A, E, F#m, D).
- Kapo im 4. Bund: Du bist in H-Dur (B, F#, G#m, E).
Sing jedes Mal die Melodie und notier dir den Bund, der deiner Stimme liegt. Für zwei Gitarren: Eine spielt D-Formen ohne Kapo (D, A, Bm, G), die andere C-Formen mit Kapo 2 (C, G, Am, F). Beide klingen in D, aber die unterschiedlichen Voicings machen den Gesamtklang viel voller.
Typische Fehler mit dem Kapodaster
- Kapo mitten im Bund: Setz ihn direkt hinter das Bundstäbchen, sonst schnarren die Saiten oder klingen zu hoch.
- Zu viel Spannung: Er zieht die Saiten nach oben. Stimm nach, auch in Standardstimmung.
- Akkorde nach Griffformen benennen: Mit einem Bassisten sagst du die klingenden Akkorde an (A, E), nicht die Griffe (G, D).
Das Wichtigste in Kürze
- Jeder Kapobund hebt alles um einen Halbton an.
- Griffform plus Kapobund ergibt den klingenden Akkord: Kapo 2 mit G-Formen klingt in A.
- Für den richtigen Bund zählst du die Halbtöne von der Griffform zur Zieltonart.
- Kapo direkt hinter das Bundstäbchen setzen und nachstimmen.
Häufige Fragen
Ist ein Kapodaster Schummeln?
Nein. Viele Profis nutzen ihn, um Leersaiten in Tonarten wie Bb oder Eb klingen zu lassen. Er verändert die Klangfarbe, nicht nur die Schwierigkeit: Eine G-Form mit Kapo 3 klingt heller als ein gegriffener Bb-Barréakkord.
Kann man einen Kapodaster in offener Stimmung benutzen?
Ja. In Open G, Open D oder DADGAD hebt der Kapo die ganze Stimmung an: Open G mit Kapo im 2. Bund wird zu Open A. Deine Griffe bleiben genau gleich.
Schadet ein Kapodaster der Gitarre?
Nicht, wenn er richtig eingestellt ist. Nimm ihn nach dem Spielen ab, besonders starke Federmodelle, und lass ihn nicht tagelang am Hals, da er ständig auf Bünde und Griffbrett drückt.
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