Akkorde
Barréakkord
Ein Barréakkord ist ein Akkord, bei dem der Zeigefinger mehrere Saiten im selben Bund niederdrückt wie ein verschiebbarer Sattel, sodass eine offene Form überall auf dem Hals spielbar wird.
Was ist ein Barréakkord?
Beim Barréakkord ersetzt der Zeigefinger den Sattel: Er liegt quer über mehreren Saiten in einem Bund, die übrigen Finger bilden darüber einen offenen Akkord. F (133211) ist einfach die E-Form (022100), um einen Bund verschoben, mit dem Zeigefinger als Sattel.
Der Gewinn ist riesig: Eine Form liefert alle zwölf Tonarten. Du musst nur die Tonnamen auf der tiefen E- und der A-Saite kennen, die das CAGED-System dann über den ganzen Hals ordnet.
Die vier Grundformen
| Form | Beispiel | Griff | Grundton auf |
|---|---|---|---|
| Dur, E-Form | F | 133211 | tiefer E-Saite |
| Moll, Em-Form | Fm | 133111 | tiefer E-Saite |
| Dur, A-Form | B♭ (dt. B) | x13331 | A-Saite |
| Moll, Am-Form | B♭m (dt. b-Moll) | x13321 | A-Saite |
Um den gewünschten Akkord zu finden, legst du den Zeigefinger auf den Grundton:
- Tiefe E-Saite: F im 1. Bund, G im 3., A im 5., H im 7., C im 8., D im 10.
- A-Saite: B im 1. Bund, C im 3., D im 5., E im 7., F im 8., G im 10.
Beispiel: Hm (international Bm) ist die Am-Form im 2. Bund, x24432.
Wie greift man einen Barréakkord ohne Schmerzen?
- Daumen hinter dem Hals, etwa auf Höhe des Mittelfingers, nicht über die Halskante.
- Zeigefinger leicht gedreht, auf die knochige Seite (Richtung Daumen), die ist fester als die weiche Kuppe.
- Zeigefinger dicht am Bundstäbchen, nicht in der Mitte des Bunds.
- Nur dort drücken, wo es nötig ist: Bei F (133211) muss der Zeigefinger wirklich nur tiefe E-, H- und hohe E-Saite zum Klingen bringen. Die anderen Saiten greifen andere Finger.
- Armgewicht nutzen, indem du den Arm sanft Richtung Boden ziehen lässt, statt mit der Hand zu quetschen.
Bis dahin ist das kleine F (xx3211) mit einem Mini-Barré über zwei Saiten eine prima Zwischenstufe.
Übung: I-V-vi-IV in A-Dur
Spiel je einen Takt, vier Abschläge:
- A: 577655 (E-Form, 5. Bund)
- E: x79997 (A-Form, 7. Bund)
- F#m: 244222 (Em-Form, 2. Bund)
- D: x57775 (A-Form, 5. Bund)
Starte mit 60 Schlägen pro Minute. Zwischen den Akkorden lässt du den Druck los, ohne die Saiten zu verlassen, und gleitest weiter. Klingt ein Ton tot, spiel den Akkord Saite für Saite, um ihn zu finden. Wenn dich das volle Barré noch ermüdet, nimm einen Powerchord (577xxx für A), damit der Groove weiterläuft.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Zeigefinger arbeitet als verschiebbarer Sattel.
- Vier Formen (E, Em, A, Am) decken alle Dur- und Mollakkorde ab.
- Den Grundton findest du auf der tiefen E- oder der A-Saite.
- Bist du bei einem Griff unsicher, setz ihn in den Akkordbestimmer.
Häufige Fragen
Warum schnarrt mein Barréakkord?
Meist liegt eine Saite in einer Falte des Zeigefingers, oder der Finger ist zu weit vom Bundstäbchen entfernt. Verschieb den Zeigefinger ein wenig entlang des Halses und dreh ihn auf die Seite. Auch eine zu hohe Saitenlage erschwert das Barré: Eine Einstellung beim Gitarrenbauer hilft viel.
Wie lange dauert es, Barréakkorde zu lernen?
Für ein sauberes F meist einige Wochen tägliches Üben, jeweils 5 bis 10 Minuten. Fang um den 5. Bund an, wo die Saitenspannung geringer ist, und arbeite dich dann zum 1. Bund vor.
Kann man Barréakkorde vermeiden?
Teilweise: Mit einem Kapodaster spielst du viele Tonarten mit offenen Formen, und das kleine F (xx3211) ersetzt das große. Um aber überall auf dem Hals und in jeder Tonart zu spielen, sind Barréakkorde unverzichtbar.
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