GuitarHarmony

Gitarre und Technik

Offene Stimmung (Open G, Open D)

Eine offene Stimmung stimmt die sechs Leersaiten auf einen Durakkord, etwa Open G (D G D G H D) oder Open D (D A D F# A D), für Ein-Finger-Barrés und Slide.

Was ist eine offene Stimmung?

In einer offenen Stimmung bilden die Leersaiten einen vollständigen Durakkord: Du schlägst an, ohne zu greifen, und ein Akkord klingt. Ein einzelner Finger (oder ein Slide) quer über einem Bund ergibt dann den nächsten Durakkord.

Am verbreitetsten sind Open G und Open D. Sie stammen aus dem Delta-Blues und dem Folk und sind bis heute die Basis des Slide-Spiels. Anders als Drop D, das nur eine Saite ändert, verändert eine offene Stimmung drei oder vier Saiten.

Wie stimmst du auf Open G (D G D G H D)?

Ausgehend von der Standardstimmung stimmst du drei Saiten einen Ganzton tiefer:

  1. 6. Saite: E runter auf D (eine Oktave unter der leeren 4. Saite);
  2. 5. Saite: A runter auf G (eine Oktave unter der leeren 3. Saite);
  3. 1. Saite: E runter auf D (eine Oktave über der leeren 4. Saite).

Die Saiten 4, 3 und 2 (D, G, H) bleiben. Der tiefste Leerton ist D, der volle Akkord ist also G/D, ein Slash-Akkord mit der Quinte im Bass. Für ein G im Bass schlägst du nur die oberen fünf Saiten an oder entfernst die 6. Saite, wie es manche Rockgitarristen tun.

Nützliche Barrés: Bund 0 = G, 5. Bund = C, 7. Bund = D, 12. Bund = G. Das ist ein kompletter I-IV-V-Blues mit einem Finger.

Wie stimmst du auf Open D (D A D F# A D)?

Vom Standard aus änderst du vier Saiten:

  1. 6. Saite: E runter auf D (Ganzton);
  2. 3. Saite: G runter auf F# (Halbton);
  3. 2. Saite: H runter auf A (Ganzton);
  4. 1. Saite: E runter auf D (Ganzton).

Diesmal ist der tiefste Ton der Grundton: Der Leersaiten-Akkord ist ein tiefes, volles D-Dur. Barrés: 5. Bund = G, 7. Bund = A, 12. Bund = D. Open D ist ein naher Verwandter von DADGAD: Stimm die 3. Saite von F# auf G hoch, und du wechselst von einer zur anderen.

Wie spielst du Mollakkorde in offener Stimmung?

Du senkst die Terz um einen Bund. Such zuerst die Saite, die sie trägt:

Das Tool für alternative Stimmungen zeigt diese Griffe und die Tonleitern jeder Stimmung, praktisch, wenn du über einfache Barrés hinausgehen willst.

Übung: ein Riff in Open G

Wechsle zwischen zwei Griffen, je zwei Schläge, bei 100 BPM:

Nimm dann das Barré im 7. Bund (D) dazu, um jeden Viertakter abzuschließen. Mit Slide hältst du ihn genau über dem Bundstäbchen, ohne herunterzudrücken, und dämpfst dahinter mit dem Zeigefinger.

Das Wichtigste in Kürze

Häufige Fragen

Open G oder Open D: Was ist besser für Slide?

Open D hat einen tieferen Bass und steht in D, ideal für gezupften Akustik-Blues. Open G klingt heller und passt gut zu rhythmischen Riffs. Probier beide am selben Song aus: Meist entscheidet die Tonart, die zu deiner Stimme passt.

Was ist der Unterschied zwischen Open D und Open E?

Beide haben dieselben Intervalle: Open E (E H E G# H E) ist Open D, einen Ganzton höher. Drei Saiten höher zu stimmen erhöht die Spannung, deshalb spielen viele lieber Open D mit Kapo im 2. Bund.

Kann man in offener Stimmung Tonleitern spielen?

Ja, aber die Standardgriffe funktionieren auf den umgestimmten Saiten nicht mehr. Fang mit der Dur-Pentatonik rund um die Leersaiten an (Bünde 0 bis 3) und lerne dann die Formen rund um die Barrés im 5. und 7. Bund.

Verwandte Begriffe

In der Werkstatt üben

Von der Theorie aufs Griffbrett

Öffne die Werkstatt-Tools und sieh dir den Begriff auf dem ganzen Griffbrett an. Kostenloses Konto, ohne Karte.

Kostenlos testen