Gitarre und Technik
DADGAD-Stimmung
DADGAD ist eine Gitarrenstimmung (D A D G A D, von tief nach hoch), deren Leersaiten einen Dsus4-Akkord bilden, sehr verbreitet in keltischer Musik und Folk.
Was ist die DADGAD-Stimmung?
Der Name nennt die sechs Saiten von der 6. zur 1.: D A D G A D. Leer angeschlagen ergeben sie ein Dsus4 (D, G, A), einen Sus-Akkord ohne Terz, also weder Dur noch Moll.
Der britische Gitarrist Davy Graham machte sie in den 1960ern bekannt, seitdem ist sie die typische Stimmung der keltischen Gitarre und des akustischen Folk. Jimmy Page nutzt sie in "Kashmir" und "Black Mountain Side". Anders als eine offene Stimmung liefert sie auf den Leersaiten keinen Durakkord, und genau diese Mehrdeutigkeit macht ihren Reiz aus.
Wie stimmst du deine Gitarre auf DADGAD?
Von der Standardstimmung aus stimmst du drei Saiten einen Ganzton tiefer:
- 6. Saite: E runter auf D;
- 2. Saite: H runter auf A;
- 1. Saite: E runter auf D.
Bist du schon in Drop D, fehlen nur noch die Saiten 2 und 1. Kontrolle nach Gehör: 5. Saite im 5. Bund = leere 4. Saite (D), 4. Saite im 5. Bund = leere 3. Saite (G), 3. Saite im 2. Bund = leere 2. Saite (A), 2. Saite im 5. Bund = leere 1. Saite (D).
Welche Akkorde spielst du in DADGAD?
Die Leersaiten klingen ständig mit, deshalb reichen kleine Griffe. Akkordsymbole sind international notiert:
| Akkord | Saiten 6 bis 1 | Töne |
|---|---|---|
| Dsus4 | 0 0 0 0 0 0 | D A D G A D |
| D5 | 0 0 0 2 0 0 | D A D A A D |
| D | 0 0 4 2 0 0 | D A F# A A D |
| G | 5 5 0 0 2 0 | G D D G H D |
| Asus4 | x 0 2 2 0 0 | A E A A D |
| Em7(11) | x 2 2 0 0 0 | H E G A D |
Spiel D5, G, Asus4, D5 bei 80 BPM und lass alles ausklingen. Weitere Griffe und die Tonleitern findest du im Tool für alternative Stimmungen.
Warum klingt DADGAD keltisch?
Ohne Terz auf den Leersaiten bilden die tiefen Saiten einen Bordun aus D und A, ähnlich wie ein Dudelsack. Die Melodie bestimmt die Farbe, meist in den Modi Mixolydisch (D E F# G A H C) oder Dorisch (D E F G A H C).
Übung: Lass die Saiten 6, 5 und 4 leer klingen und spiel auf der 1. Saite 0, 2, 4, 5, 4, 2, 0 (D E F# G F# E D). Ersetz dann den 4. Bund durch den 3. (F statt F#): Du wechselst von Mixolydisch zu Dorisch, und die Melodie wird Moll, ohne dass sich der Bass ändert.
Typische Fehler
- Standardgriffe suchen: Nur die Saiten 5, 4 und 3 sind gleich geblieben, bekannte Formen funktionieren nur halb.
- Leersaiten abdämpfen: In DADGAD lebt der Klang vom Nachschwingen. Greif mit den Fingerkuppen und gewölbten Fingern.
- Die Terz vergessen: Leg Dur oder Moll in der Melodie fest (F# oder F), sonst bleibt alles in der Schwebe.
Das Wichtigste in Kürze
- DADGAD = D A D G A D: Saiten 6, 2 und 1 einen Ganzton tiefer als im Standard.
- Die Leersaiten bilden ein Dsus4 ohne Terz.
- Kleine Griffe plus Leersaiten (D5, G, Asus4) reichen für die Begleitung.
- Die Melodie wählt den Modus: F# für Mixolydisch, F für Dorisch.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen DADGAD und Open D?
Nur eine Saite: die 3. In Open D (D A D F# A D) ist sie auf F# gestimmt, der Leersaiten-Akkord ist Dur. In DADGAD ist sie ein G, der Leersaiten-Akkord ist Dsus4. Diese eine Saite um einen Halbton zu verstellen, reicht zum Wechseln.
Kann man in DADGAD in anderen Tonarten spielen?
Ja, mit Kapodaster. Mit Kapo im 2. Bund bist du in E (E H E A H E) mit denselben Griffen, mit Kapo im 5. Bund in G. Ohne Kapo sind D und G die natürlichsten Tonarten.
Eignet sich DADGAD für Fingerpicking?
Das ist ihr Heimspiel: Der Daumen hält einen Bordun auf den Saiten 6 und 4, während die Finger die Melodie auf den hohen Saiten spielen. Sehr viele keltische Arrangements für Sologitarre sind in dieser Stimmung geschrieben.
Verwandte Begriffe
- Offene Stimmung (Open G, Open D)
- Standardstimmung
- Sus-Akkord (sus2, sus4)
- Drop-D-Stimmung
- Modi (Kirchentonarten)
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