GuitarHarmony

Töne und Intervalle

Oktave

Die Oktave ist das Intervall von 12 Halbtönen zwischen zwei gleichnamigen Tönen, wobei der höhere doppelt so schnell schwingt: Auf einer Gitarrensaite sind das 12 Bünde.

Was ist eine Oktave in der Musik?

Eine Oktave trennt zwei Töne mit gleichem Namen, etwa die leere A-Saite und das A im 12. Bund derselben Saite. Die Frequenz verdoppelt sich: Die leere A-Saite klingt mit 110 Hz, der 12. Bund mit 220 Hz. Deshalb verschmelzen beide Töne fast zu einem.

In Halbtönen gemessen hat die Oktave 12. Der Name kommt von der diatonischen Tonleiter: Von C aus zählst du C, D, E, F, G, A, H, C, und das zweite C ist der achte Ton. Eine Oktave sind also acht Tonleitertöne und zwölf Bünde auf einer Saite.

Wie spielst du eine Oktave auf der Gitarre?

Drei Griffmuster decken in Standardstimmung das ganze Griffbrett ab:

Die beiden E-Saiten liegen zwei Oktaven auseinander: Derselbe Bund ergibt auf beiden denselben Ton, etwa G im 3. Bund.

Übung: Finde jedes C auf dem Griffbrett

Starte bei einem C und verbinde die Oktavgriffe, bis du den Hals abgedeckt hast:

  1. A-Saite, 3. Bund
  2. G-Saite, 5. Bund (zwei Saiten, zwei Bünde)
  3. hohe E-Saite, 8. Bund (zwei Saiten, drei Bünde, weil du die H-Saite überquerst)
  4. tiefe E-Saite, 8. Bund, dann D-Saite, 10. Bund
  5. H-Saite, 1. Bund

Wiederhole das mit G und dann mit F. Nach einer Woche findest du jeden Grundton in Sekunden. Im Tool Tonleitern und Akkorde auf dem Griffbrett kannst du eine Tonleiter mit Tonnamen anzeigen und alle Lagen eines Tons überprüfen.

In Oktaven spielen und Töne verdoppeln

Eine Melodie in Oktaven klingt voller, ohne die Harmonie zu ändern, ganz im Stil von Wes Montgomery. Lege den Zeigefinger auf die A-Saite und den Ringfinger zwei Bünde höher auf die G-Saite, dann dämpfst du die D-Saite mit der Unterseite des Zeigefingers. Spiele die C-Dur-Tonleiter: C (Bund 3 und 5), D (5 und 7), E (7 und 9), F (8 und 10) und schlage alle drei Saiten an.

Die Oktave vervollständigt auch einen Powerchord: A5 besteht aus dem 5. Bund der tiefen E-Saite, dem 7. Bund der A-Saite (die reine Quinte) und dem 7. Bund der D-Saite (die Oktave). Einen Ton zu verdoppeln ändert nie den Akkordnamen.

Das Wichtigste in Kürze

Häufige Fragen

Warum ergibt der 12. Bund eine Oktave?

Jeder Bund erhöht um einen Halbton, und eine Oktave hat zwölf. Der 12. Bund liegt außerdem genau in der Mitte der Saite, was die Frequenz verdoppelt. Deshalb klingt das Flageolett im 12. Bund genauso hoch wie der gegriffene Ton.

Was ist der Unterschied zwischen Oktave und Prime?

Bei der Prime (Unisono) haben beide Töne exakt dieselbe Höhe: 5. Bund der tiefen E-Saite und leere A-Saite sind dasselbe A. Bei der Oktave haben sie denselben Namen, aber einer klingt doppelt so hoch: 5. Bund der tiefen E-Saite und 7. Bund der D-Saite.

Warum ändert sich der Oktavgriff an der H-Saite?

In Standardstimmung liegen benachbarte Saiten eine reine Quarte auseinander, außer G und H, die eine große Terz trennt (einen Halbton weniger). Jedes Griffmuster, das über dieses Saitenpaar geht, muss deshalb einen Bund höher greifen.

Verwandte Begriffe

In der Werkstatt üben

Von der Theorie aufs Griffbrett

Öffne die Werkstatt-Tools und sieh dir den Begriff auf dem ganzen Griffbrett an. Kostenloses Konto, ohne Karte.

Kostenlos testen