Tonleitern und Modi
Chromatische Tonleiter
Die chromatische Tonleiter ist die Folge aller zwölf Töne einer Oktave im Halbtonabstand; auf der Gitarre heißt das, einen Bund nach dem anderen zu spielen.
Was ist die chromatische Tonleiter?
Die chromatische Tonleiter enthält alle 12 Töne der westlichen Musik, jeder einen Halbton vom nächsten entfernt. Sie hat keinen besonderen Grundton und keine Dur- oder Moll-Farbe: Sie ist die komplette Palette, aus der alle anderen Tonleitern entstehen.
Aufwärts ab A: A A# B C C# D D# E F F# G G# A (international notiert, B = H). Abwärts schreibt man meist mit B-Vorzeichen: A A♭ G G♭ F E E♭ D D♭ C B B♭ A. A# und B♭ liegen im selben Bund, sie sind enharmonisch verwechselt. Ob du Kreuz oder B schreibst, hängt vor allem von der Richtung der Linie ab.
Wie spielst du die chromatische Tonleiter auf der Gitarre?
Auf der Gitarre ist sie die am leichtesten sichtbare Tonleiter: Jeder Bund ist ein Halbton. Spiel die leere A-Saite und dann die Bünde 1 bis 12, und du hörst die komplette chromatische Tonleiter von A bis A.
In einer Lage über zwei Oktaven, ab A (tiefe E-Saite, 5. Bund), ein Finger pro Bund:
| Saite | Bünde | Töne |
|---|---|---|
| 6 | 5, 6, 7, 8 | A A# B C |
| 5 | 4, 5, 6, 7, 8 | C# D D# E F |
| 4 | 4, 5, 6, 7, 8 | F# G G# A A# |
| 3 | 4, 5, 6, 7 | B C C# D |
| 2 | 4, 5, 6, 7, 8 | D# E F F# G |
| 1 | 4, 5 | G# A |
Der Zeigefinger übernimmt Bund 4 und 5, der kleine Finger Bund 8. Um dieses volle Raster mit den sieben Tönen einer Tonart zu vergleichen, zeig beides mit dem Tonleiter-Tool fürs Griffbrett an.
Chromatische Übungen für Finger und Ohr
Das 1-2-3-4-Warm-up: Spiel auf jeder Saite, von der tiefen bis zur hohen E-Saite, die Bünde 5, 6, 7, 8 mit Zeige-, Mittel-, Ring- und kleinem Finger. Zurück mit 8, 7, 6, 5. Start bei 60 bpm, ein Ton pro Schlag, die Finger nah an den Saiten.
Als Tonleiter spielt man sie im Solo nicht einfach rauf und runter, aber sie liefert chromatische Annäherungstöne: Du landest auf einem Akkordton vom Bund direkt darunter. Über Am Dm E7 probierst du G# nach A (tiefe E-Saite, Bund 4 auf 5), C# nach D (A-Saite, Bund 4 auf 5) und D# nach E (A-Saite, Bund 6 auf 7).
Das Wichtigste in Kürze
- 12 Töne, alle im Halbtonabstand.
- Auf dem Griffbrett ist ein Bund ein Halbton.
- Konvention: aufwärts mit Kreuzen, abwärts mit B-Vorzeichen.
- Einsatz: Warm-up, Durchgangstöne und chromatische Annäherungen.
Häufige Fragen
Wie viele Töne hat die chromatische Tonleiter?
Zwölf verschiedene Töne pro Oktave. Schreibst du sie von A bis A, spielst du dreizehn Töne, der letzte ist die Oktave des ersten, genau zwölf Bünde höher auf derselben Saite.
Schreibt man die chromatische Tonleiter mit Kreuz oder B?
Üblich sind Kreuze aufwärts und B-Vorzeichen abwärts, weil ein alterierter Ton dazu neigt, in Richtung seiner Alteration weiterzugehen. Auf der Gitarre bleiben A# und B♭ derselbe Bund.
Wofür braucht man die chromatische Tonleiter beim Improvisieren?
Um die Töne der Haupttonleiter mit Durchgangstönen zu verbinden und Akkordtöne von einem Halbton darüber oder darunter anzusteuern. Das ist ein Kernelement von Jazz, Blues und Rockabilly.
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