Akkorde
Übermäßiger Akkord
Ein übermäßiger Akkord ist ein Dreiklang aus zwei übereinander geschichteten großen Terzen: Grundton, große Terz und übermäßige Quinte, etwa C E G♯ für C+.
Was ist ein übermäßiger Akkord?
Der übermäßige Akkord ist der Dreiklang mit der Formel 1 3 ♯5: zwei große Terzen übereinander (4 + 4 Halbtöne). Gegenüber dem Dur-Akkord ändert sich nur die Quinte, sie wird um einen Halbton erhöht. C = C E G, C+ = C E G♯.
Symbole: "aug", "+" oder "(♯5)". C+, Caug und C(♯5) meinen denselben Akkord. Er klingt schwebend und ungelöst, wie eine Frage, die auf ihre Antwort wartet.
Warum ist der übermäßige Akkord symmetrisch?
Drei große Terzen ergeben genau eine Oktave (4 + 4 + 4 = 12 Halbtöne). Der übermäßige Akkord teilt die Oktave also in drei gleiche Teile, und jede Umkehrung hat dieselbe Intervallstruktur. Folge: C+, E+ und G♯+ bestehen aus denselben Tönen (C, E, G♯, streng notiert mit His = C und Disis = E).
Es gibt deshalb nur vier verschiedene übermäßige Akkorde: C+, C♯+, D+ und D♯+. Alle ihre Töne gehören zur Ganztonleiter, der natürlichen Tonleiter dieses Akkords.
Wie greift man einen übermäßigen Akkord auf der Gitarre?
Zwei offene Griffe, von der tiefen zur hohen E-Saite:
- C+ =
x32110(C E G♯ C E): der offene C-Akkord, Finger auf der 3. Saite im 1. Bund. - G+ =
321003(G B D♯ G B G): der offene G-Akkord mit der 4. Saite im 1. Bund.
Auf den Saiten 3, 2, 1 liegt C+ in den Bünden 5, 5, 4. Dank der Symmetrie bleibt dieselbe Form 4 Bünde höher (9, 9, 8) und 8 Bünde höher (13, 13, 12) immer C+. Der Akkordbestimmer zeigt das schön: Gib C, E und G♯ ein, und er bietet dir alle drei möglichen Namen an.
Übungen: zwei klassische Einsätze
1. Übermäßige V zur I. Spiel G 320003, G+ 321003, dann C x32010. Das D♯ in G+ steigt einen Halbton zum E von C: Diese Auflösung wirkt zwingend.
2. Die chromatische Linie. Behalte die C-Form und bewege nur einen Finger auf der 3. Saite:
- C
x32010(G) - C+
x32110(G♯) - C6
x32210(A) - C7
x32310(B♭) - F
xx3211
Die Mittelstimme steigt G, G♯, A, B♭, während der Bass auf C bleibt. Diese Wendung hörst du in unzähligen Pop-Balladen und Jazzstandards.
Typische Fehler
- Übermäßig und vermindert verwechseln: Übermäßig erhöht die Quinte (1 3 ♯5), vermindert senkt Terz und Quinte (1 ♭3 ♭5).
- "+" als "add" lesen: C+ fügt nichts hinzu, sondern ersetzt G durch G♯.
- Ihn in der Dur-Tonleiter suchen: Dort gibt es ihn nicht. Er steht auf der III. Stufe von harmonisch Moll (C+ in a-Moll harmonisch) oder entsteht als chromatische Veränderung.
Das Wichtigste in Kürze
- Formel: 1 3 ♯5, zwei große Terzen.
- Symmetrisch: C+ = E+ = G♯+, die Form wiederholt sich alle 4 Bünde.
- Grundgriffe: C+
x32110, G+321003, Bünde 5-5-4 auf den hohen Saiten. - Einsatz: V+ zur I und die chromatische Linie C, C+, C6, C7.
Häufige Fragen
Wofür benutzt man einen übermäßigen Akkord?
Vor allem für Bewegung: Die erhöhte Quinte zieht zum Ton einen Halbton darüber. G+ geht nach C, C+ nach F (G♯ steigt zu A). Außerdem ist er eine verträumte Farbe in Intros und Balladen.
Was ist der Unterschied zwischen C+ und Caug?
Keiner: Beides sind Schreibweisen für denselben Akkord, C E G♯. Du findest auch C(♯5) und im Jazz C7♯5 oder C7+, wenn eine kleine Septime dazukommt (C E G♯ B♭).
Welche Tonleiter passt über einen übermäßigen Akkord?
Die Ganztonleiter ist die naheliegendste Wahl: Über C+ spielst du C D E F♯ G♯ A♯. Sie enthält alle drei Akkordtöne und bewahrt den schwebenden Klang.
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